Das Möllner Kinoprogramm

TRANSIT

 

Freitag, 18. Mai

um 19:30 Uhr

 

Christian Petzolds neuer Film "Transit" basiert auf dem 1942 in Marseille entstandenen gleichnamigen Roman von Anna Seghers. In einer atemberaubenden, fast schwebenden Begegnung des historischen Stoffs mit der Gegenwart des heutigen Marseille erzählt Petzold die Geschichte einer großen, fast unmöglichen Liebe zwischen Flucht, Exil und der Sehnsucht nach einem Ort, der ein Zuhause ist.

 

Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg (Franz Rogowski), deutscher Flüchtling, entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: Ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft.

In Marseille darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Visa für die möglichen Aufnahmeländer werden gebraucht, Transitvisa, die raren Tickets für die Schiffspassage. Georg erinnert sich der Papiere Weidels und nimmt dessen Identität an. Er taucht ein in die ungefähre Existenz des Transits. Flüchtlingsgespräche in den Korridoren des kleinen Hotels, der Konsulate, in den Cafés und Bars am Hafen. Er freundet sich mit Driss an, dem Sohn seines auf der Flucht gestorbenen Genossen Heinz. Wozu weiterreisen? Lässt sich anderswo ein neues Leben beginnen?

Alles verändert sich, als Georg die geheimnisvolle Marie trifft und sich in sie verliebt. Ist es Hingabe oder Berechnung, die sie ihr Leben vor der Weiterreise mit dem Arzt Richard teilen lässt, während sie gleichzeitig auf der Suche nach ihrem Mann ist? Der, so erzählt man, sei in Marseille aufgetaucht, in Besitz eines mexikanischen Visums für sich und seine Frau.

WEIT

 

Samstag, 19. Mai

um 19:30 Uhr

 

Die Dokumentation „Weit“ brach in den vergangenen Vorstellungen im Möllner Augustinum alle Rekorde. Aufgrund der weiterhin bestehenden Nachfrage läuft der Film ein letztes Mal im Kino in Mölln.

 

Zu zweit zogen Patrick und Gwen im Frühling 2013 von Freiburg gen Osten los, um dreieinhalb Jahre und 97.000 Kilometer später zu dritt aus dem Westen wieder nach Hause zu kehren. Ohne zu fliegen und mit einem kleinen Budget in der Tasche erkundeten sie die Welt, stets von Neugierde und Spontanität begleitet. Im Mittelpunkt der Reise standen dabei immer die unmittelbare Nähe zu den Menschen und der Natur. Gwen und Patrick bereisten per Anhalter Länder wie Tadschikistan, Georgien, Iran, Pakistan, China und die Mongolei. Von Japan ging es mit einem Frachtschiff nach Mexiko. Nach der Geburt von Sohn Bruno fuhren sie mit einem alten VW-Bus durch Mittelamerika. Als sie im Frühjahr 2016 nach einer Schiffspassage von Costa Rica nach Spanien wieder europäischen Boden unter den Füßen spürten, haben sie die Weltumrundung mit einem 1200 Kilometer Fußmarsch bis vor die Haustüre in Freiburg vollendet.

Manche Dokumentarfilme sind aufrüttelnd, manche spannend und manche sind ein farbenfrohes Bilderbuch. „Weit“ ist irgendwie all das - und doch ganz anders. Die Dokumentarfilm-Überraschung des Jahres - ohne echtes Budget gedreht und ohne klassischen Produktionsweg - verblüffte deutschlandweit immer wieder mit vollen Kinosälen. Auf der Filmkunstmesse in Leipzig erhielt er im September den Preis als „Kinophänomen des Jahres“.

LADY BIRD

 

Freitag, 1. Juni

Samstag, 2. Juni

um jeweils 19:30 Uhr

 

Der Alltag von Christine „Lady Bird“ McPherson (Saoirse Ronan) im kalifornischen Sacramento besteht aus High School-Routine, Familientrouble und ersten ernüchternden Erfahrungen mit Jungs. Kein Wunder also, dass die 17-Jährige davon träumt, flügge zu werden. Im echten Leben rebelliert sie mit Leidenschaft und Dickköpfigkeit gegen die Enge in ihrem Elternhaus. Doch allzu leicht macht ihre Mutter (Laurie Metcalf) dem eigenwillig-aufgeweckten Teenager die Abnabelung natürlich nicht, und so ziehen alle beide zwischen Trotz, Wut und Resignation immer wieder sämtliche Gefühlsregister.

 

„Lady Bird“ sorgt seit der Weltpremiere beim Telluride Film Festival auf der ganzen Welt für euphorische Publikums- und Kritikerreaktionen und zeigt auf unwiderstehlich charmante und berührend wahrhaftige Weise, was es heißt, erwachsen zu werden. Dabei richtet Greta Gerwig (Regie & Drehbuch) ihren sehr persönlichen und originellen Blick nicht zuletzt auf eine ungewöhnlich intensive Mutter-Tochter-Beziehung, in der jede Menge Konflikt, aber auch von Herzen kommende Komik steckt. Bei der Golden Globe-Verleihung wurde „Lady Bird“ als Bester Film und für Saoirse Ronan als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

AUF DER JAGD - WEM GEHÖRT DIE NATUR?

 

Doku-Dienstag, 5. Juni

um 19:30 Uhr

 

Fragen, die komplexer sind, als sie zunächst scheinen mögen. Auf der Suche nach einer Antwort führt uns der Dokumentarfilm "Auf der Jagd - Wem gehört die Natur?" in einen faszinierenden Mikrokosmos: unseren deutschen Wald. Bilder von einzigartiger Schönheit zeigen uns eine archaische Welt mitten im Herzen unserer Zivilisation, die nicht mehr in unsere Zeit zu passen scheint, obwohl sie uns unmittelbar umgibt. In den bayerischen Alpen begegnen wir röhrenden Hirschen und Gämsen, in den Wäldern Brandenburgs Wölfen, die sich dort nach langen Jahren der Abwesenheit wie auch im Rest von Deutschland wieder angesiedelt haben. Wir teilen unseren Lebensraum mit diesen und vielen anderen Wildtieren – doch wer bestimmt, wie wir mit ihnen zusammenleben? Wer gibt vor, dass sie – und wie viele von ihnen – gejagt werden dürfen? Und müssen sie überhaupt gejagt werden? Welche Folgen hätte es, wenn die 1,2 Millionen Rehe und 600.000 Wildschweine, die jedes Jahr in Deutschland von Jägern erlegt werden, nicht geschossen würden?

UNSERE ERDE 2

 

Demnächst

 

Der Film „Unsere Erde“ war mit fast 4 Millionen Zuschauern eine der erfolgreichsten Naturdokumentationen der deutschen Kinogeschichte. Auch im Augustinum lockte die BBC-Produktion 2007 Besucherscharen ins Kino. Der zweite Teil nimmt den Zuschauer nun erneut mit auf eine Reise um den Globus und enthüllt faszinierende Wunder der Natur und der Tierwelt. Im Laufe eines einzigen Tages folgen die Produzenten der Sonne von den höchsten Bergen bis hinunter zu den entlegensten Inseln, von exotischen Regenwäldern bis hinein in den Großstadtdschungel. Die außergewöhnliche Natur-Doku taucht tief in die unterschiedlichsten Lebensformen des Planeten Erde ein und zeigt ihren Alltag hautnah und intensiver als jemals zuvor. In den Hauptrollen: Ein Zebrafohlen, das gemeinsam mit seiner Mutter einen reißenden Fluss überquert. Ein Pinguin, der jeden Tag heldenhaft einen lebensgefährlichen Weg zurücklegt, um seine Familie mit Nahrung zu versorgen. Eine Familie von Pottwalen, die es liebt, vertikal treibend zu dösen und ein Faultier, das der Liebe hinterherjagt.

Mit Humor, Intimität, großen Gefühlen und einem umwerfenden Gespür für prächtige und brillante Kinobilder erzählt das Leinwandabenteuer auf spektakuläre Weise, wie jeder einzelne Tag mit noch nie gesehenen Dramen und Wundern praller gefüllt ist, als man es sich je hätte vorstellen können.