Das Möllner Kinoprogramm

DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT

 

Freitag, 22. Februar

Samstag, 23. Februar

um jeweils 19:30 Uhr

 

Nach "Ich bin dann mal weg" ist nun auch die Autobiographie des begnadeten Entertainers Hape Kerkeling verfilmt worden: Der neunjährige Hans-Peter (Julius Weckauf) wächst in den 70ern in Wuppertal auf. Seine Pummeligkeit und die damit einhergehenden Probleme spielt er mit seinen Tanz- und Comedy-Einlagen oft einfach weg - sehr zum Freude der ganzen Familie. Da ist zum einen Oma Änne (Heidi Kriegesgott), in deren Krämerladen auch die Kundschaft von Hans-Peters Darbietungen verzaubert wird. Zum anderen seine Mutter, die nach einer Operation ihren Geruchs- und Geschmackssinn verliert und danach in ihrer Verzweiflung jede Aufmunterung gut gebrauchen kann.

DER MARKTGERECHTE PATIENT

 

Doku-Dienstag, 19. März

um 19:30 Uhr

 

„Krank aus der Klinik“ – so oder ähnlich lauten die Titel zahlloser alarmierender Berichte aus deutschen Krankenhäusern. Erstaunlicherweise fehlt dabei aber fast immer der Bezug auf die wesentliche Ursache dieser Zustände: die seit 2003 ver- bindliche Vergütung der Krankenhäuser durch sogenannte Fallpauschalen (englisch: DRGs – Diagnosis Related Groups). Nach ihr hat jede diagnostizierbare Krankheit einen prinzipiell fixen Preis. Wer mit möglichst geringen Kosten den Patienten schnell abfertigt, macht Gewinn; wer sich auf die Patienten einlässt, macht Verluste.

Die Einführung der Fallpauschalen war der entscheidende Schritt zur Kommerziali- sierung der Krankenhäuser, die bis dahin vom Gedanken der Empathie und Fürsorge getragen wurden. Wirtschaftsberater durchforsten seitdem jede Abteilung und prüfen, ob Vorgänge nicht mit noch weniger Personal bewältigt werden können. Die Frage ist nicht mehr: Was braucht der Patient? Sondern: Was bringt er uns? Viele Ärztinnen und Pflegerinnen können in diesem System nicht mehr arbeiten, ohne selbst krank zu werden. „Wären die DRGs ein Medikament, so müsste man sie mit sofortiger Wirkung vom Markt nehmen. Alle versprochenen Wirkungen sind ausgeblieben, und alle Nebenwirkungen sind eingetreten“, resümiert der Berliner Ärztekammerpräsident Dr. Günther Jonitz.

 

"Der marktgerechte Patient" handelt von den Ursachen und fatalen Folgen der Fallpauschalen. Leslie Franke und Herdolor Lorenz („Wer rettet Wen?“, 2015; „Water Makes Money“, 2011) haben sich dazu mit Mediziner, Pflegepersonal und Patienten getroffen, mit Krankenhausmanagern und Gesundheitsaktivisten. Auf der Basis einer scharfen Ursachenanalyse liefert ihr Film Argumente für alle, die sich für eine menschenwürdige und soziale Gesundheitsversorgung für Patienten und Beschäftigte einsetzen wollen.

ASTRID

 

Freitag, 29. März

um 19:30 Uhr

 

Von Pippi Langstrumpf über Ronja Räubertochter bis zum Michel aus Lönneberga: Kein anderer Name ist bis heute so untrennbar mit so vielen faszinierenden Kinderbüchern verbunden wie der von Astrid Lindgren. Ihre Geschichten haben bis heute die Kindheit von Millionen Menschen weltweit geprägt. Zudem setzte die „Schwedin des Jahrhunderts“ und Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels sich unermüdlich für die Rechte von Kindern ein. Ihre eigene Kindheit dagegen endete früh, als Astrid im Alter von 18 Jahren unehelich schwanger wurde – im Schweden der 1920er-Jahre ein Skandal. Der Film erzählt einfühlsam davon, wie die junge Astrid den Mut findet, die Anfeindungen ihres Umfeldes zu überwinden und ein freies, selbstbestimmtes Leben als moderne Frau zu führen.

GREEN BOOK - EINE BESONDERE FREUNDSCHAFT

 

Samstag, 30. März

um 19:30 Uhr

 

Der begnadete Pianist Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) geht 1962 auf eine Konzert-Tournee von New York bis in die Südstaaten. Sein Fahrer ist der Italo-Amerikaner Tony Lip (Viggo Mortensen), ein einfacher Mann aus der Arbeiterklasse, der seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs und als Türsteher verdient. Der Gegensatz zwischen den beiden könnte nicht größer sein. Dennoch entwickelt sich eine enge Freundschaft. Gemeinsam durchschreiten sie eine Zeit, die von Gewalt und Rassentrennung, aber gleichzeitig viel Humor und wahrer Menschlichkeit geprägt ist. So müssen sie ihre Reise nach dem Negro Motorist Green Book planen, einem Reiseführer für afroamerikanische Autofahrer, der die wenigen Unterkünfte und Restaurants auflistet, die auch schwarze Gäste bedienen.

 

Green Book gilt als einer der vielversprechendsten Anwärter auf eine Auszeichnung bei der diesjährigen Oscar-Verleihung.

DER VORNAME

 

Mittwoch, 17. April

um 19:30 Uhr

 

Gefühlt heißt derzeit jedes Kind Emma, Sophia, Ben oder Jonas. Mal was Neues wagen, denken sich daher Thomas (Florian David Fitz) und seine schwangere Freundin Anna (Janina Uhse). Als der werdende Vater die pikante Namens-Entscheidung "Adolf" aber bei einem gemeinsamen Abendessen verkündet, bleibt den Gastgebern Stephan (Christoph Maria Herbst) und seiner Frau Elisabeth (Caroline Peters) bereits die Vorspeise im Hals stecken. Auch Familienfreund René (Justus von Dohnányi) ist geschockt. Man faucht einander Wahrheiten ins Gesicht, die zugunsten eines harmonischen Zusammenseins besser ungesagt geblieben wären. Starke Egos geraten aneinander, Eitelkeiten werden ausgespielt und der Abend eskaliert: die Diskussion über falsche und richtige Vornamen geht in ein Psychospiel über, bei dem die schlimmsten Jugendsünden und die größten Geheimnisse aller Gäste lustvoll serviert werden.

„Der Vorname“ basiert auf dem Theaterstück „Le Prénom“ von Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte und läuft am 17. April im Rahmen des LandFrauenKinos im Augustinum.

25 KM/H

 

Im Sommer im Freiluftkino

 

Auf der Beerdigung ihres Vaters treffen die Brüder Christian (Lars Eidinger) und Georg (Bjarne Mädel) nach 30 Jahren zum ersten Mal wieder aufeinander. Schon bei der Beisetzung sind die beiden nicht gut aufeinander zu sprechen. Während Georg den gemeinsamen Vater bis zu dessen Tod gepflegt hat, war Manager Christian seit Jahren nicht mehr in der Heimat. Dem Streit folgt eine durchzechte Nacht und das Schwelgen in Erinnerungen - zum Beispiel daran, wie sie sich als Jugendliche vorgenommen hatten, einmal mit dem Mofa quer durch Deutschland zu fahren, aber nie schneller als 25 km/h. Gesagt - getan. Noch in der Nacht machen sich die beiden Brüder auf den Weg in ein völlig unerwartetes Abenteuer voller bizarrer Begegnungen. Dabei bleibt - ganz langsam - auch die Entfremdung auf der Strecke.